Schlagwort-Archive: Medienmacht

2 Kandidaten = Kampfabstimmung, 1 Kandidat = Wahl

Der Kabarettist Volker Pispers hat sich diese Woche mit dem Parteitag der Piratenpartei beschäftigt (Podcast anhören) und dabei über die für eine „größere“ Partei ungewöhnliche Wahl des Parteivorsitzenden aus mehr als einem Kandidaten berichtet. (danke an chriszim.com für das Transkript)

Ich finde er hat recht! Was ist das für ein Demokratieverständnis, wenn immer von einer Kampfabstimmung die Rede ist, wenn mehr als ein Kandidat antritt und bei einem Kandidaten wird von einer Wahl gesprochen. Ein Kandidat der sich „nur“ 60% der Stimmen durchsetzt, wäre für die Medien direkt gescheitert, so Pispers.

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Internet, Medien und Politik

Im Fall von Tunesien und Ägypten wurde von allen deutschen Politikern die Wichtigkeit des Internets und der Plattformen wie Facebook und Twitter herausgestellt und gelobt. Hier zeigt sich die Macht des Internets. Denn damit hat die Bevölkerung die Möglichkeit sich frei zu äußern und die Meinung nach außen zu tragen. Diese Möglichkeit haben sie sonst nicht, weil die Medien in diesen Ländern (und vielen anderen) kontrolliert werden, eine objektive Berichterstattung fast nicht möglich ist und ausländische Journalisten nicht frei arbeiten können.

Jetzt ist dieses Internet aber auch in Deutschland angekommen. Ein Politiker ist zumindest teilweise durch  das Internet „gestolpert“. Hier ist die Meinung der gleichen Politiker aber auf einmal eine andere. Hier wird eine Kampagne der Medien gewittert. Das Internet ist auf einmal nicht mehr so toll. Warum?

War der Rücktritt von Guttenberg eine Kampagne der Medien? Nein, die Debatte wurde von den Medien angestoßen und dann im Internet weitergetragen. Die Medien haben diesen Ball nur wieder zurückgespielt, was sie aber auch im Falle von Tunesien oder Ägypten gemacht haben. Da wurden sie gelobt, jetzt werden sie für ein ganz ähnliches Verhalten gescholten.

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