Schlagwort-Archive: Datenschutz

Es darf wieder verpixelt werden

Es ist wieder soweit, wir dürfen wieder Anträge auf Verpixelung stellen. Komischerweise ist es im Moment noch ziemlich ruhig in den Medien. Woran liegt das? Vermutlich daran, weil es nicht um Streetview vom bösen Google geht, sondern um StreetSide vom lieben Microsoft. Oder liegt es einfach daran, dass nur wenige die Bing-Suche und die Microsoft-Dienste nutzen und deshalb wenig darüber geschrieben wird? Vermutlich eher an letzterem.

Aber warum überhaupt verpixeln? Angeregt durch einen Artikel auf BasicThinking, versuche ich eine Antwort darauf zu geben. Weiterlesen

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Zensus2011 – Wisst ihr mehr als ich?

Vor kurzen hatte ich doch tatsächlich so einen Fragebogen in der Post und zwar den für Gebäude- und Wohnungszählung. Den bekommen allerdings nur Immobilienbesitzer. Wissen die mehr als ich? Sollte ich eine Wohnung oder ein Haus besitzen, von dem ich überhaupt nichts weiß? Leider gibt es keine Möglichkeiten Rückfragen zu stellen. Blöder Datenschutz. Schade, denn mir will echt nicht einfallen, welche Immobilien ich besitze. 🙂

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Die Macht der Mehrheit

Einer meiner (zahlreichen) Mitblogger hat kürzlich in diversen sozialen Medien auf diesen Artikel verlinkt (in nicht unbedingt positiver Art und Weise). Ich halte die meisten der Aussagen da für bloße Panikmache (Street View! Gmail Werbung! …), und der generellen Vorschlag des Artikels ist selbst für mich zu kommunistisch. Aber. Folgender Absatz ist dann doch etwas, dem ich zustimmen mag:

Die „richtige“ Antwort bei Google ist die, die am häufigsten gegeben wurde. In 80 Prozent aller Fälle dürfte das kein Problem sein, weil sich in den ersten zehn Suchergebnissen eine eindeutige Antwort findet. Aber in den weniger eindeutigen Fällen kann die Mehrheitsmeinung gegenüber der Minderheitenposition bevorzugt und so gefestigt werden. So verstärkt Google den Trend zu einer Welt, die immer einförmiger wird, je mehr sie zusammenwächst.

Auch das ist sicher ein wenig Panikmache. Dennoch: Ich erinnere mich an die Zeit als Amazon.de zum ersten Mal verkündete: „Kunden, die XXX gekauft haben, waren auch an YYY interessiert.“—meine erste Reaktion (die noch immer anhält) war Folgende: Wenn ich nur lese, was andere, die das lesen, was ich lese, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich etwas Neues, Interessantes entdecke, recht gering. Bei Amazon hatte ich die einfache Möglichkeit, den aufdringlichen Ratschlag zu ignorieren—bei Google habe ich das nicht.

Ein Beispiel: Kürzlich wollte ich die Website des Philosophen Kissine finden. Google versuchte hilfreich zu sein, und zeigte mir Treffer, die das Wort „kiss“ enthalten. Und dies war nicht ein Fall von „meinten Sie …“—Google (bzw., ihr statistisches Modell) entschied einfach, dass ich ich am Küssen interessiert sein muss.

So, die Kritik hier ist nicht unbedingt, dass Google zuviel Macht hat, die es missbrauchen kann (obwohl auch das einen Gedanken wert ist), sondern einfach, dass (einfache) statistische Modelle schnell interessante Daten ausblenden können, die anderweitig sehr relevant wären. In einer Zeit, in der etwas, das nicht googlebar ist als kaum existent angesehen wird, ist das sicher etwas, über dass man sich Sorgen machen darf.

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Aigner, Radiergummi und Kartellrecht

Aus dem „Radiergummi“-Artikel von Frau Aigner:

SZ: Manche sind auf gewisse Internetdienste angewiesen. Freiberufler etwa brauchen heutzutage ein Facebook-Profil fürs Marketing in eigener Sache.

Aigner: Das könnte dann eine Frage des Kartellrechts sein. Es gibt nach wie vor Alternativen, auch in Deutschland, mit höheren Sicherheitsstandards.

Artikel: Datenschutz als deutsches Markenzeichen

Was hat die Antwort von Frau Aigner denn mit der Feststellung der SZ zu tun? Was kann das Kartellrecht daran ändern? Facebook verbieten, weil es in Deutschland das beliebteste Netzwerk ist? Hmmm…herzlich Willkommen in China. Da gibts die Zensur schon länger.

Das eigentliche Thema des Artikels „der digitale Radiergummi ist ja schon oft genug zitiert und diskutiert worden. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

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