Schleichwerbung – eine neue Kampagne der Bxxx

Zuerst muss ich mich mal outen: Ja ich schaue mir regelmäßig die Schlagzeilen von Bild an. Warum? Zur Belustigung oder um den Blutdruck in Wallung zu bringen. Werbung: Wer sich die besten Artikel nicht selbst raussuchen möchte, dem sei das Bildblog empfohlen.

Heute war es mal wieder letzteres. Da haben die investigativen „Journalisten“ der Bild-Zeitung doch einen neuen RIESENSKANDAL aufgedeckt.  Es geht um Schleichwerbung in Wetten Dass…? und einem Film im ZDF.

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Gleich und gleich gesellt sich gern—aber bitte unter eigenem Namen.

Ich möchte hier ein momentan gänzlich unaktuelles Thema anschneiden—zumindest nicht aktuell in Deutschland.

Das Thema ist das, was im englischsprachigen Raum zunehmend als marriage equality (Ehe- oder Heirats-Gleichberechtigung, manchmal auch ‚gleichberechtigte Ehe‘ genannt) bezeichnet wird. In Deutschland ist die Thematik unter dem Namen Homo-Ehe bekannt. Dieser Begriff ist, meiner Ansicht nach, noch um einiges schlechter als der, der vor der Einführung des Begriffes marriage equality im englischsprachigen Raum dominant war: gay marriage („schwule Ehe“ oder „homosexuelle Ehe“).

Das mag nun nach Wortklauberei klingen, oder auch nach Political Correctness. Tatsächlich finde ich aber, dass die Bezeichnung hier einen Unterschied macht. Und das stellt eine 180-Grad-Wendung meinerseits zu diesem Thema dar. Bevor ich darauf eingehe, will ich kurz die Frage beantworten: „Was hast Du gegen den Begriff Homo-Ehe?“ Die Frage ist am einfachsten beantwortet mit einem Zitat des US-Bundesrichters Vaughn R. Walker, in seiner Urteilsbegründung zu seiner Entscheidung letztes Jahr, dass ein Verbot der „Homo-Ehe“ verfassungswidrig ist:

Das Ziel der Kläger ist nicht die Anerkennung eines neuen Rechts. Wenn man das Ziel der Kläger als „das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe“ bezeichnen würde, würde man andeuten, dass die Kläger ein Recht verlangen, das sich von dem unterscheidet, dass heterosexuelle Paare überall in diesem Staat haben — nämlich, das Recht, eine Ehe einzugehen.

[Quelle, Übersetzung SL]

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Noch vor drei Jahren hätte ich vermutlich achselzuckend auf die Frage reagiert, was ich von der Homo-Ehe halte. Oder ich hätte angemerkt, dass ich generell denke, dass die Ehe eine veraltete Institution ist, begründet in einer Zeit in der wenige Leute älter als 30 wurden, und die generell mehr Schmerz und Probleme verursacht, als sie Gutes erzeugt. Ich hätte zugefügt, dass ich generell denke, dass niemand heiraten sollte, ausser aus steuerlichen oder Einwanderungs-Gründen.

Ich stehe zu dieser Einschätzung, und zu dem Ratschlag. Man mag daraus schliessen wollen, dass ich „eingetragene Lebenspartnerschaften“ als ausreichende Gleichstellung betrachte, insofern alle Vorteile, die Eheleute haben, auch gleichgeschlechtlichen Paaren zukommen. Damals hätte ich dem sicher zugestimmt. Heute nicht.

Ja, es macht einen Unterschied, ob die Partnerschaft nun als „Ehe“ bezeichnet wird oder nicht. Gleichgeschlechtlichen Paaren diese Bezeichnung zu verwehren impliziert, dass ihre Beziehungen nicht gleich viel wert sind als die von Paaren unterschiedlichen Geschlechts. Oder zumindest, dass ihre Beziehungen anders sind. Das sind sie nicht, jedenfalls nicht in irgendeinem relevanten Sinn.

Deshalb: Solange heterosexuelle Paare das Recht haben zu heiraten (und ja: Ich bin dafür, dass Ihnen dieses Recht genommen wird), sollten homosexuelle Paare dasselbe Recht haben.

Der Spiegel hat ein Loch!?

Durch Zufall beim lesen auf der mobilen Webseite des Spiegels bin ich gestern auf eine offensichtliche Lücke auf spiegel.de gestossen. Ich habe einen Artikel gesucht und bin dabei Screenshot auf dem Iphoneauf den Artikel „Politikbetrieb: Wie der wachsende Stress Regierende und Parlamentarier überfordert“ gestossen. Da ich den Artikel interessant fand, wollte ich ihn hier kommentieren  (werde ich auch noch) und habe heute morgen an meinem Rechner auf spiegel.de den Artikel gesucht und oh wunder: Das ist ein Artikel aus der aktuellen Printausgabe und der soll bezahlt werden (habe ich mittlerweile auch, allerdings nicht online, sondern ich habe mir die gute alte Printausgabe gekauft).

Screenshot am PC

Auch Tests mit weiteren Artikeln zeigen dieses Phänomen. Es scheint sich also wirklich um eine Lücke auf SPON zu handeln. Absicht vom Spiegel kann es ja eigentlich nicht sein.

Natürlich könnte man jetzt daraus gleich noch eine Diskussion über kostenlos gegen bezahlte Webseiten, aber ich finde durchaus, dass gute Artikel durchaus auch mal Geld kosten können und die Journalisten müssen ja auch von was leben. 🙂

Hopp oder Flopp?

Im ersten Artikel dieses Blogs habe ich, unter der Überschrift „Hopp pder Topp?“ über die komischen Vorwürfe gegen den Mäzen Dietmar Hopp geschrieben. Heute ist eine Meldung der DPA (z.B. Artikel bei welt.de) erschienen. Die Meldung zeigt zum einen wie hoch die Investitionen von Dietmar Hopp bisher waren um den Verein in die Bundesliga zu führen und dort zu halten („in Richtung 240 Mio.“)  und zum anderen wie nötig die Spielerverkäufe sind um den Verein zu retten und die Lizenz nicht zu gefährden. Auch wenn mir das den Herrn nur wenig symphatischer macht, finde ich es gut, dass er nicht einfach in seine gut gefüllte Schatulle greift und das Defizit füllt.

Gleichzeitig zeigt es mir aber auch, wie in der Bundesliga teilweise immer noch gewirtschaftet wird. Hoffenheim ist da ja leider kein Einzelfall, denn z.B. in Köln und Schalke dürfte das ähnlich sein. Ich denke hier ist dringend ein Umdenken erforderlich. In Frankfurt zum Beispiel hat es lange Zeit gedauert und die Eintracht stand mehrfach vor dem wirtschaftlichen K.O.. Noch heute werden Altlasten abgezahlt und aktuell gibt es auch wieder ein, im Verhältnis zu den anderen Clubs,  kleines Defizit. Der Weg ist aber der richtige, auch wenn die Entwicklung deutlich langsamer ist. Dafür hoffentlich langfristiger!

Aigner, Radiergummi und Kartellrecht

Aus dem „Radiergummi“-Artikel von Frau Aigner:

SZ: Manche sind auf gewisse Internetdienste angewiesen. Freiberufler etwa brauchen heutzutage ein Facebook-Profil fürs Marketing in eigener Sache.

Aigner: Das könnte dann eine Frage des Kartellrechts sein. Es gibt nach wie vor Alternativen, auch in Deutschland, mit höheren Sicherheitsstandards.

Artikel: Datenschutz als deutsches Markenzeichen

Was hat die Antwort von Frau Aigner denn mit der Feststellung der SZ zu tun? Was kann das Kartellrecht daran ändern? Facebook verbieten, weil es in Deutschland das beliebteste Netzwerk ist? Hmmm…herzlich Willkommen in China. Da gibts die Zensur schon länger.

Das eigentliche Thema des Artikels „der digitale Radiergummi ist ja schon oft genug zitiert und diskutiert worden. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Hopp oder topp?

Spiegel online schreibt unter dem Titel: 1899 Hoffenheim: Willkommen im Schlinger-Club!

Was wird Hopp hier eigentlich vorgeworfen? Erst war er der Böse, weil er die Millionen (scheinbar) unendlich zur Verfügung gestellt hat, jetzt weil er genau das nicht mehr tun will? Irgendwie ein komischer Artikel und eine ingesamt komische Diskussion.

Der Herr Hopp ist mir nicht wirklich symphatisch, aber er ist eben kein reiner Mäzen, der einfach Geld ohne Ende reinpumpt. Es ist doch eigentlich ein gutes Zeichen, wenn er den Verein in Zukunft nicht mehr nur von seinem Privatvermögen leben lassen möchte, sondern der Verein wie jeder andere Verein wirtschaften soll.

Heribert Bruchhagen von der meiner Eintracht wird das sicher gerne sehen. Aber auch er hat in Frankfurt einige Zeit gebraucht, bis das akzeptiert wurde. Auch wenn jetzt immer schnell über Mittelmaß gejammert wird. Aber es ist zum Glück nicht mehr die launische Diva wie zu Zeiten eines Sonnenkönig.