Bundesregierung beschliesst Leistungsschutzrecht!?

Die Koalition hat heute die Einführung eines Leistungsschutzrecht beschlossen, zumindest wurde dies bei der Koalitionsrunde vereinbart. Spiegel online meldet:

… Gewerbliche Anbieter wie Suchmaschinenbetreiber und sogenannte Newsaggregatoren werden künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnisse wie beispielsweise Zeitungsartikel zur Kasse gebeten. Damit sollen Presseverlage an den Gewinnen gewerblicher Internet-Dienste beteiligt werden. …

Damit sollen also Services wie Google News in Zukunft für die Nutzung der Meldungen bezahlen. Ich wünsche mir, dass Google hart bleibt und es macht wie in Belgien (Blogbeitrag „Verlage schießen sich ein Eigentor!?“). Dort hat Google vor einigen Monaten einfach die klagenden Verlage aus der Newssuche genommen und damit für einen erheblichen Einbruch in den Besucherzahlen gesorgt.

Vielleicht würden die Verlage dann endlich merken, dass sie mit ihrem klassischen Geschäftsmodell nicht mehr weiterkommen. Immer nur den Status Quo zu wahren wird über kurz oder lange nichts bringen. Auch wenn es kurzfristig den Verlagen hilft.

Natürlich verdienen Google und Co. mit den Inhalten Geld. Gleichzeitig leiten die Suchmaschinen einen großen Teil der Besucher weiter auf die Newsseiten von Springer und Co. Dort verdienen dann die Verlage Geld. Die Verlage bekommen kostenlose Besucher von den Suchmaschinen und Newsaggregatoren und können dann mit diesen Geld verdienen. Wenn dieser (nicht zu unterschätzende) Besucherstrom abreißt, dann müssen die Verlage die Besucher auf anderem Weg bekommen (also z.B. mehr Werbung schalten) oder ihre Einnahmen brechen ein. Denn weniger Besucher machen die Newsseiten für die Werbepartner nicht mehr so interessant.

Wo ist also hier das Problem für die Verlage? Ich sehe es derzeit nicht wirklich. Aber verhindern ist vermutlich einfacher als sich über neue Geschäftsmodelle Gedanken zu machen.

Schade, vor allem dass sich die Koalition hier vor den Karren der Verleger spannen lässt. Wo doch gerade diese Politiker so über den Umgang der Presse mit dem Ex-Präsidenten Wulff geschimpft haben.

Update: Hier einige lesenswerte Beiträge zum Thema:

Stefan Niggemeier: Hurra: Urheberrecht im Internet verbessert!
www.lumma.de: Die FDP knick ein: Leistungsschutzrecht kommt.

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E-Books oder nicht?

Im Moment sind E-Books ja mal wieder ein Thema. Die Zahlen wurden gerade veröffentlicht und die Publisher haben enorme Wachstumsraten vermeldet. Aber setzen sich die E-Books jetzt wirklich durch? Sind die Wachstumsraten nur aufgrund der niedrigen Vorgabe aus dem Vorjahr so hoch?

Amazon hat mit den Kindles jetzt auch in Deutschland das E-Book erstmals richtig gepusht und damit scheinbar auch Erfolg. Die Verkaufszahlen der Geräte sind beachtlich. Aber was Amazon irgendwie nicht geschafft hat, ist klar zu machen, dass man die E-Books auch auf fast allen anderen Geräten lesen kann. Es gibt für fast alle Plattformen ein Programm/App. Ich bin erst vor kurzem durch Zufall darauf aufmerksam geworden und ich würde mich durchaus als ganz gut informiert bezeichnen.

Ich besitze nun knapp ein Jahr ein Ipad, aber ein Buch habe ich darauf noch nicht gelesen. Ich lese Zeitungen und Zeitschriften, auch Fachmagazine. Aber ein Roman oder ein Biografie habe ich noch nicht gelesen. Die Biografie von Steve Jobs habe ich mir natürlich als E-Book gekauft.
Was ist passiert?
Ich habe in den 2 Monaten noch nicht ein Viertel des Buchs gelesen. In der Zwischenzeit aber schon drei gedruckte Bücher. Warum? Das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich lese extrem viel auf dem Ipad, eben alles außer E-Books. Da ziehe ich immer noch ein Buch aus totem Holz vor. Ein klassisches Buch hat etwas von „abschalten“. Ich sitze den ganzen Tag vor einem elektronischen Gerät, da muss ich nicht auch noch ein „Lesebuch“ auf einem i-Dings lesen.
Vielleicht wäre es anders, wenn ich mehr mit der Bahn fahre. Da ist es doch mühsam immer noch zusätzlich ein Buch mitzuschleppen. Selbst im Urlaub habe ich lieber 3 Bücher mitgenommen als ein E-Book zu lesen.
Für mich bleiben E-Books für Fachliteratur eine tolle Sache, aber alles andere werde ich auf absehbare Zeit weiterhin als klassisches Buch lesen. Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier.

Wulffs Telefonterror – Anruf bei SIXT

Unser Bundespräsident Christian Wulff ist offenbar unter die Telefonspammer gegangen und hat bei einigen Leuten des Axel Springer Verlag angerufen. Heute kommt heraus, dass er offensichtlich auch bei der Welt angerufen hat und einen Artikel verhindern wollte. Ja, es ist der Bundespräsident, der noch in Kuwait die Pressefreiheit für „Gaaannnzzz WICHTIG“ erklärt hat.

Ich vermute mal, er es auch schon bei Sixt versucht hat. Immerhin haben die ja auch Werbung mit einem Bild von ihm und dem Spruch „Spaß kann man auch ohne reiche Freunde haben“ gemacht.

So könnte es gelaufen sein:

Sixt: Herzlich Willkommen bei Sixt! Was kann ich für Sie tun?
CW: Guten Tag hier ist Wulff. Ich möchte mich beschweren. Sie machen Werbung mit mir und das möchte ich gerne verhindern.
Sixt: Sie möchten also ein Auto aus der aktuellen Werbung haben. Eins für jemanden ohne reiche Freunde?
CW: Nein, ich habe reiche Freunde und die geben mir auch mal ihre Autos. Ich möchte mich beschweren.
Sixt: Oh, da muss ich mal schauen. Hmmm. Ich erreiche gerade niemanden in der Beschwerdeabteilung.
CW: Dann geben Sie mir die Geschäftsleitung. Sie sprechen mit dem Bundespräsidenten Christian Wulff und nicht irgendeinem Hans Wurst.
Sixt: Bitte bleiben sie sachlich. Ich schaue was ich tun kann. Einen Moment bitte.

Sixt: Auch die Geschäftsleitung ist nicht erreichbar, sie können aber gerne eine Nachricht  hinterlassen. Ich verbinde sie.
Sixt-Anrufbeantwort: Bitte sprechen Sie nachdem Ton. *piep*
CW:  Guten Tag, hier spricht …. *schimpf*

Wen hat der Herr Bundespräsident denn eigentlich noch angerufen? Ich finde, jetzt ist ein Anruf von ihm bei Frau Merkel fällig und danach sollte er vor die Presse treten und seinen Rücktritt erklären. Gerne auch auf den Anrufbeantworter.

Hinweis in eigener Sache: Lieber Herr Wulff, wenn Sie auch mir eine Nachricht zu kommen lassen möchten, dann dürfen Sie gerne die Kommentarfunktion nutzen. Wenn Sie lieber telefonieren möchten, dann rufen Sie bitte meinen Assistenten Telefon-Paul unter 0711 – 50 88 55 24 an.

Update: Gerade noch einen schönen Artikel von Michael Spreng gefunden, den ich sehr gut finde: Das Schlusskapitel 

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Taz verpixelt Werbung auf Sportfotos – zu kurz gedacht

Die Taz will in den nächsten zwei Wochen die Fotos auf den Sportseiten von Sponsoren befreien und die Werbung verpixeln. In ihrem Hausblog heisst es dazu:

 „… Die Sportpresse macht sich mit dem Abdruck der Bilder zum Erfüllungsgehilfen der Vereine und Sponsoren. Sie trägt die Werbebotschaft ungefiltert zu den Abonnenten. …“

Sicher ist in manchen Sportarten eine Grenze erreicht und die Spieler sehen aus wie wandelnde Litfaßsäulen, aber das wird die .taz mit ihrer Aktion nicht ändern. Außerdem ist diese Aktion in meinen Augen ein bisschen kurz gedacht. „Taz verpixelt Werbung auf Sportfotos – zu kurz gedacht“ weiterlesen

Es darf wieder verpixelt werden

Es ist wieder soweit, wir dürfen wieder Anträge auf Verpixelung stellen. Komischerweise ist es im Moment noch ziemlich ruhig in den Medien. Woran liegt das? Vermutlich daran, weil es nicht um Streetview vom bösen Google geht, sondern um StreetSide vom lieben Microsoft. Oder liegt es einfach daran, dass nur wenige die Bing-Suche und die Microsoft-Dienste nutzen und deshalb wenig darüber geschrieben wird? Vermutlich eher an letzterem.

Aber warum überhaupt verpixeln? Angeregt durch einen Artikel auf BasicThinking, versuche ich eine Antwort darauf zu geben. „Es darf wieder verpixelt werden“ weiterlesen

Sind IE-Nutzer wirklich dümmer?

Das t3n-Magazin schreibt heute über eine Studie von einem kanadischen Consulting-Unternehmen. Diese Studie belegt angeblich das Nutzer des Internet Explorer dümmer sind als Nutzer anderer Browser. Ohne die Studie gelesen zu haben, würde ich aber behaupten: Nein, die Nutzer des IE sind nicht dümmer. Aber sie handeln auf jedenfall fahrlässig und sind im Umgang mit dem Internet/Computer unbedarft. Es gibt seit Jahren etliche Alternativen, z.B. Firefox, Opera oder Chrome. „Sind IE-Nutzer wirklich dümmer?“ weiterlesen

Google vs. Kölner FDP II

Vor zwei Wochen hat sich die Kölner FDP beschwert und Google scheint die Kritik ernst genommen zu haben. Köln ist jetzt auf Stufe 3 bei Google Maps zu sehen. Darunter mussten natürlich andere Städte leiden. Ausgerechnet die Landeshauptstadt Düsseldorf wurde zurück gesetzt und ist jetzt erst auf Stufe 5 gelandet. Das sorgt jetzt natürlich bei den FDPlern in Düsseldorf für Unmut. Man könnte auch sagen: Sommertheater.

Liebe FDP, habt ihr im Moment nicht andere Probleme? Laut der aktuellen Sternumfrage liegt ihr bei 3%. Gibt es da nichts wichtigeres, als sich über die Einblendung bei Google Maps zu beschweren? Dann solltet ihr euch nicht wundern, wenn ihr bald von der politischen Landkarte verschwindet. Dann will ich aber kein lautes Aufheulen hören. Denn das ist selbst verschuldet. Da hilft dann keine Beschwerde bei Google. Aber persönlich fände ich es ehrlich gesagt nicht schlimm. 🙂 Also macht ruhig weiter so! Verschwindet am besten im Sommerloch.

Verlage schießen sich ein Eigentor!?

In Belgien haben einige Verlage gegen Google geklagt und Recht bekommen. Daraufhin hat Google die Seiten aus dem Suchindex genommen. Nicht nur aus Google News, sondern komplett entfernt. Laut Google war dies nötig, weil sich das Gericht in seinem Urteil nicht eindeutig auf den Dienst Google News beschränkt hat. Sicher ist dies eine sehr harte Entscheidung und für die Verleger entsteht ein gewaltiges Problem: Sie sind von einem Tag auf den anderen bei der größten Suchmaschine der Welt nicht mehr sichtbar.

Aber musste es soweit überhaupt kommen? „Verlage schießen sich ein Eigentor!?“ weiterlesen