Angela zum Diktat

So könnte das mit dem heute vom Kabinett beschlossenen Leistungsschutzrecht gelaufen sein:

Friede sitzt mit Kai zusammen:
Friede: Es läuft nicht mehr, das mit diesem Internet ist blöd. Wir haben keine Idee wie wir da Geld verdienen können. Wir sind bald pleite.
Kai: Ich habe eine Idee, wir holen uns das Geld einfach bei Google. Ich sprech mal mit dem Christoph.

Kai ruft Christoph an:
Kai: Du, Christoph, wir müssen was tun. Friede hat Angst das sie bald Hartz4 braucht und keine Idee wie wir in diesem Internet Geld verdienen. Ich werde mal für ein paar Monate ins Silicon Valley gehen und mal schauen wie die Amis das machen. Kannst du bitte in der Zwischenzeit mal bei Angela vorbeischauen, ich schreibe dir gleich einen Brief mit den Details zu meiner Idee.


3 Tage später ist der Brief angekommen, Christoph macht sich auf den Weg ins Kanzleramt. Stellt sich in den großzügigen Eingangsbereich und brüllt:
Angeeeeela zum Diktat, bitte.

Stille. Nach einigen Minuten kommt die Security und schmeißt Christoph wieder raus. Christoph beschwert sich bei Kai und der ruft die Friede an.
Kai: Die Angela hat den Christoph rausgeworfen.
Friede: Was erlaubt sich Angela, ich kümmere mich darum.

Zehn Minuten später klingelt im Büro von Angela das rote Springer-Telefon. Angela erwacht aus ihrem Büroschlaf und springt zum Telefon.
Angela (außer Atem): Ja….Friede….was ist los?
Friede: Was soll das? Was glaubst du eigentlich wer wir sind?
Angela: …ich.. ihr…ähm…
Friede: Wieso hast du Christoph rauswerfen lassen? Du weißt schon das nächstes Jahr Wahl ist. So richtig gut läuft es für dich und die Kollegen nicht. Wir sind noch unentschlossen, wer uns lieber wäre. Du oder die drei von der Tankstelle.

Angela: Hmm. Ja, läuft nicht so. Die von der FDP…
Friede: Hör mir mit denen auf. Höre dir lieber mal an was wir vorschlagen.

Am nächsten Tag darf Christoph dann ins Büro im Kanzleramt.
Christoph: Hallo Angela, schön das du Zeit für mich hast.
Angela: Was kann ich denn für euch tun?
Christoph: Also der Kai, die Friede und ich wir haben uns das was überlegt. Leistungsschutzrecht für dieses blöde Internet. Damit wir Geld von Google bekommen, sozusagen als Gegenleistung für die vielen Besucher die Google zu uns schickt. Das treibt unsere Kosten für Server, Strom und Co in Höhe und wir können mit den Besuchern nichts anfangen.
Angela: Klingt logisch. Ich habe auch schon davon gehört. In der Tagesschau kommt ja auch immer „Quelle: Internet“. Was sagen den die anderen Verleger dazu?
Christoph: Ein paar haben wir schon im Boot, wir arbeiten dran. Den Text für das Gesetz bekommst du von uns.
Angela: Ach das ist toll, ich muss nicht mal dafür arbeiten. Rette den Verlegern den Arsch und ihr schreibt dann nur noch gutes über mich?
Christoph: Ja, so könnte es laufen.
Angela: Schick mal rüber. Wir machen das mal.

Ein paar Monate später beim Kabinett-Brunch nach der Sommerpause:
Angela: Hört mal, wir haben heute einen tollen Vorschlag auf dem Tisch. „Leistungsschutzrecht“ heißt das ganze. Eine prima Sache für die Verleger und denen geht es nicht gut. Bei den ganzen Rettungspaketen fällt das doch bestimmt nicht auf, wenn wir noch eins machen.
…Gemurmel im Saal….Irgendjemand lässt ein Brötchen fallen… Es landet auf der Butterseite…
Angela: Also wer ist dafür?
Guido: Wofür?
Angela: Ihr sollt doch zu hören: Leistungsschutzrecht.
…wieder Gemurmel….Wortfetzen sind zu verstehen: …ich weiß nicht…Internet….ach egal….Mutti wirds richten….

Die Abstimmung ergibt eine Mehrheit und bei Springer knallen die Sektkorken.

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Weitere Infos:
Pressemitteilung von D64

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