Es darf wieder verpixelt werden

Es ist wieder soweit, wir dürfen wieder Anträge auf Verpixelung stellen. Komischerweise ist es im Moment noch ziemlich ruhig in den Medien. Woran liegt das? Vermutlich daran, weil es nicht um Streetview vom bösen Google geht, sondern um StreetSide vom lieben Microsoft. Oder liegt es einfach daran, dass nur wenige die Bing-Suche und die Microsoft-Dienste nutzen und deshalb wenig darüber geschrieben wird? Vermutlich eher an letzterem.

Aber warum überhaupt verpixeln? Angeregt durch einen Artikel auf BasicThinking, versuche ich eine Antwort darauf zu geben.

Dienste wie Streetview und Streetside bieten dem Nutzer einen Eindruck vom Straßenbild. Er kann spazieren gehen, ohne das er vom Schreibtisch aufstehen muss. Man kann schon vor einem Umzug oder Urlaub die Umgebung erkunden. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Er geht in der Vergangenheit spazieren, denn die Bilder sind zum Zeitpunkt des Spaziergangs schon mindestens ein halbes Jahr alt. Natürlich können auch Verbrecher diese Bilder nutzen um nach Möglichkeiten für einen Einbruch zu schauen. Aber hilft es einem Einbrecher wenn er alte Bilder sieht? Ich kenne mich da nicht so aus, würde aber mal behaupten: Nur sehr eingeschränkt.

Autokennzeichen und Personen werden auch unkenntlich gemacht. Dem Datenschutz ist damit zumindest meistens Sorge getragen. Wenn ich „live“ durch die Stadt spaziere, dann sehe ich wesentlich mehr und aktuellere Informationen und mir ist bis jetzt selten jemand mit einer Maske oder verdeckten Nummernschildern begegnet. Wenn es doch so wäre, dann wäre die Person verdächtig. Die Person hat vermutlich gerade einen Banküberfall begangen oder einfach einen Verfolgungswahn, wären meine Gedanken. Ist ein bei Streetview/StreetSide verpixeltes Haus nicht für Verbrecher interessanter? Hier scheint ja  jemand was verbergen zu wollen, also könnte es da etwas zu holen geben.

Also warum verpixeln? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht, für mich gibt es keinen Grund dafür. Für mich überwiegen eindeutig die Vorteile der Bilderdienste. Sicher mag es in Einzelfällen eine gute Begründung dafür geben, in den meisten Fällen aber nicht.

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