Mark und die Blase

Mark rennt wie wild in seinem Haus rum. Es ist Samstag und er hat gerade die neusten Zahlen und die Pressestimmen dazu gelesen. Sein Gesicht ist panisch. Nackte Angst kann man aus den angespannten Gesichtszügen ablesen. Wird er jetzt verarmen? Ist jetzt alles aus?

Es geht natürlich um Mark Zuckerberg und Facebook.

Was ist passiert? Die OnlineMedien schreiben von stagnierenden Nutzerzahlen in den USA, Großbritannien und Kanada. Dort hat sich das Wachstum etwas verlangsamt. Im Rest der Welt ist das Wachstum unverändert. Was haben die Analysten und Medien erwartet? Dass Facebook immer weiter wächst und nie gebremst wird? Es ist doch nur normal, dass die Geschwindigkeit des Wachstums gebremst wird. Der Markt ist irgendwann gesättigt und die Nutzung geht dann etwas zurück. Weil eben nicht jeder Nutzer alle paar Minuten auf Facebook schaut, was sich wichtiges oder auch unwichtiges getan hat.  Das sollte eigentlich jedem klar gewesen sein und ich glaube Mark Zuckerberg wird nicht wie oben skizziert durch seine Wohnung tigert, sondern ganz entspannt an der Entwicklung seines Unternehmens arbeitet.

Allerdings finde ich den Hype der im Moment um alle möglichen Unternehmen gemacht wird (s.  die Zukäufe von Google, Twitter und Kollegen) bedenklich. Die Blase rund um das Web ist schonmal geplatzt und sie wird es auch jetzt wieder tun. Wenn nicht langsam Vernunft einkehrt, eigentlich sollten doch alle aus den alten Fehlern gelernt haben, oder etwa nicht?

Wenn man die Berichte der Medien vom heutigen Tage liest, dann wohl eher nicht. Jetzt soll Facebook nicht mehr 50 Milliarden wert sein. Aber auch nicht wie oben befürchtet weniger. Auf einmal könnten es 100.000.000.000. Wahnsinn! Damit wäre Facebook nach einem Börsengang mit einem Schlag in der Topliga. Das mag bei Facebook durchaus gerechtfertigt sein, aber hintendran werden eine ganze Menge Unternehmen mit nach oben gerissen. Da ist es vermutlich nur bei wenigen gerechtfertigt.

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2 Gedanken zu „Mark und die Blase

  1. Sven

    Toller Artikel (und sehr nett geschrieben, ich habe Mark Z. förmlich panisch vor Augen gehabt). Und es geht ja auch darum dass dass Wachstum zurückgegangen ist—heisst, es geht noch nicht einmal darum, dass „nicht jeder Nutzer alle paar Minuten auf Facebook schaut, was sich wichtiges oder auch unwichtiges getan hat“, sondern nur darum, dass nicht ständig mehr Leute noch öfter auf Facebook schauen, als bisher. Und da ist tatsächlich der Markt gesättigt, wenn fast jeder, der einen Internetzugang hat, Mitglied ist, und die meisten davon auch noch Nebenbeschäftigungen wie Job und Familie haben. Wenn Du einfach schon (fast) jeden als Nutzer hast, den Du haben könntest, dann stagniert dein Wachstum (man bedenke, dass fb grade da stagniert, wo es am Weitesten verbreitet ist—in den USA. Stellen wir uns vor, eine Supermacht annektiert ein Land der Welt nach dem anderen. Irgendwann annektiert es den letzten Fleck der Erde (vermutlich die Schweiz). Am Tag darauf sagt dann vermutlich die Presse den Untergang der Weltmacht an, weil das Wachstum plötzlich still steht).

    Ansonsten gilt: Jede Blase platzt. Und jedes Mal scheint ein Großteil der Beteiligten zu glauben, dass sie dieses Mal eine Blase gefunden haben, bei der das nicht so ist. Zuletzt die Immobilien-Blase in den USA. Schlaue Opportunisten erkennen das und nutzen das aus. Schlaue anständige Menschen erkennen das und schlagen Alarm. Helfen tut das freilich selten. Aber anständig sein heisst eben auch, ständig Dinge zu ändern zu versuchen, die sich wahrscheinlich nie verändern.

  2. Pingback: Facebook hat einen Gegner: Google+ | bla³ – blablabla

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