Taz zahl ich! Ein richtiger Weg!?

Die .taz setzt schon seit längerem den Bezahldienst flattr ein. Auf der Startseite kann generell für die taz bezahlen, oder unter jedem Artikel auf den flattr-Button klicken und einen einzelnen Artikel „flattern“. Zusätzlich gab es auch schon länger die Möglichkeit einfach einen Betrag zu überweisen.

Seit gestern hat die taz eine neue Aktion gestartet: taz zahl ich. Hier hat man die Möglichkeit freiwillig für die Artikel zu bezahlen. Die taz bietet weiterhin alle Inhalte online kostenfrei an und wer möchte kann dafür bezahlen. Es gibt keine Pflicht und auch keine technischen Einschränkungen für Besucher, die nichts zahlen möchten. Der Benutzer kann einfach unter jedem Artikel sagen: Jawohl, dafür zahl ich, einen Betrag eingeben oder auswählen und seinen Bezahldienst auswählen.

Für mich ist das ein guter und sinnvoller Weg. Während fast alle technischen Sperren bei anderen Onlinemedien über kurz oder lange geknackt wurden und für die Implementierung sogenannter Paywalls eine Menge Geld investiert werden muss, geht die taz einen anderen Weg und setzt auf freiwilliges Bezahlen. Andere Unternehmen blockieren ihre Webseiten auf mobilen Geräten oder bieten dort nur ein reduziertes Angebot an, damit sich der Leser eine App auf sein Iphone/Ipad läd und die Inhalte darüber liest/kauft. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wenn die App einen echten Mehrwehrt bietet, ist dagegen nichts zu sagen, z.B. wenn ich damit die Printausgabe lesen kann.

Ich mache das gerne und schon seit Monaten. Denn damit kann ich einen kleinen Beitrag leisten um Webseiten die mir gefallen, die ich gerne lese, zu unterstützen. Es sollte jedem klar sein: Gute Inhalte gibt es zwar kostenlos, aber letztlich müssen auch Leute davon ernährt werden. Auch ein taz-Journalist möchte seinen Kühlschrank füllen. 😉

Es wird sicher interessant, zu beobachten wie sich die Funktion „taz zahl ich“ entwickelt, ob damit mittelfristig ein zweites Standbein (neben der Werbung) zur Finanzierung der Online-Ausgabe etabliert werden kann. Um das Bewusstsein für eine Bezahlkultur zu schaffen ist es sicher notwendig, dass auch andere Medien diesen Weg gehen. Wenn dies passiert, dann könnte sich dieses Verfahren zu einer Alternative zum verbreiteten Abomodell entwickeln.

Am ersten Tag der Aktion waren es ca. 1900 EUR. Auch wenn das vermutlich der prominenten Platzierung der Aktion in Online- und Printausgabe geschuldet ist und sich in den nächsten Tagen erstmal wieder reduzieren wird.

Was denkt ihr über diese Art des Bezahlmodell?

p.s. Achja, natürlich könnt ihr auch hier Beiträge „flattern“. Das Dient hier aber weniger dazu den Lebensunterhalt zu verdienen, sondern vielleicht mal den Kaffeekonsum zu finanzieren. 😉


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