Atomenergie und die Folgen des Erdbeben in Japan

Die Folgen eines Unfall in einem Atomkraftwerk werden uns im Moment in Japan auf schreckliche Weise vor Augen geführt. Auch wenn es bei uns in Deutschland eine wesentlich geringere Wahrscheinlichkeit für Erdbeben und Tsunamis gibt, muss das Thema Atomausstieg wieder auf den Tisch. Denn für einen GAU braucht es weder ein Erdbeben, noch Tsunamis.

Allerdings versuchen die Regierung und die der Parteien der Regierung, jetzt dieses Thema weg zu wischen. Angeblich verbietet sich solch eine Debatte vor dem Leid in Japan. Warum eigentlich? Warum wird SPD- und Grünen-Politikern direkt vorgeworfen, sie wollen den japanischen Fast-GAU (hoffentlich wird es kein richtiger) für den Wahlkampf nutzen?

Die Ereignisse sind ohne Frage schrecklich, aber gerade auch deshalb gehört es jetzt wieder auf die Agenda, weil jetzt das Thema wieder in den Köpfen ist. Wenn gewartet wird bis der Wahlkampf in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt vorbei ist, dann steht doch direkt der nächste Wahlkampf ins Haus. Danach ist auch gleich wieder Wahl und nachdem „Superwahljahr“ brauchen vermutlich alle erstmal eine Pause. Aber dann! Dann können wir diskutieren. Vielleicht haben dann aber auch wieder alle vergessen, dass wir ja noch über die Laufzeitverlängerung reden wollten. Will das die Bundesregierung?

Ich bin keineswegs dafür jetzt sofort alles abzuschalten. Aber für mich muss der Ausstieg aus dem Atomausstieg wieder rückgängig gemacht werden und endlich die Alternativen zur Atomenergie gefördert werden. Michael Spreng (ehemaliger Wahlkampfberater von Stoiber, Journalist) schreibt in seinem Blog sprengsatz unter der Überschrift „Die So-zu-tun-Politik“ über die aktuellen Versuche der Parteien mit dem Atomausstieg umzugehen. Ein wie ich finde sehr guter Beitrag zum Thema. Er beschreibt recht schön wie Frau Merkel versucht das Thema runterzuspielen und wirft die Frage auf: Warum wurde nicht direkt nach der Laufzeitverlängerung mit dem Aufbruch und einer Förderung/Forschung/Verbesserung der Alternativen zur Atomenergie bekommen?

Ich habe mir (ehrlich gesagt) bis jetzt auch relativ wenig Gedanken über das Thema „Atomstrom“ gemacht, aber gerade durch die Ereignisse in Japan bin ich aufgewacht und werde in Kürze meinen Stromtarif wechseln. Auch wenn es dann vielleicht etwas teurer wird, ist es für mich ein sinnvoller, notwendiger Schritt.

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Ein Gedanke zu „Atomenergie und die Folgen des Erdbeben in Japan

  1. Manuel

    Stimme dir voll und ganz zu! Danke für den Beitrag. Und: Bei alternativen Anbietern wie zum Beispiel Greenpeace Energy zahlt man im Monat bei einem zwei Personen Haushalt etwa 5 Euro mehr. Sooo teuer ist das also nicht, wenn man mal überlegt, was man als Gegenleistung bekommt.

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